Die Kirche zu Kefermarkt

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Mit dem Bau der Kirche zu Kefermarkt wurde im Jahre 1473 begonnen. Auftraggeber und Bauherr war Freiherr Christoph von Zelking, Besitzer der Herrschaft Weinberg bei Kefermarkt. Der Baufortschritt war enorm und so konnte die Kirche bereits mit 4 Seitenaltären am 30.10.1476 vom Passauer Weihbischof Albert Schöndorfer eingeweiht werden. Am 28.10.1490 gab Christoph von Zelking in seinem Testament den großartigen Flügelaltar in Auftrag. Da er bereits ein Jahr später in Freistadt verstorben ist, konnte er die Fertigstellung dieses Juwels spätgotischer Schnitzkunst nicht mehr erleben. Der Altar, dessen Meister bis heute unbekannt ist, wurde im Jahre 1504 eingeweiht. Das Gotteshaus zählt zu den größten und bedeutendsten Landpfarrkirchen in Oberösterreich. Sie ist dreischiffig und im spätgotischen Stile errichtet. Die Innenlänge beträgt 36m, die Breite über 16m und das Mittelschiff ist 14,40 m hoch. Die mittleren Achsen sind mit quergestellten Netzrippengewölben, die äußeren mit Sternrippengewölben geschlossen. Der Kirchturm mit seinem Zwickeldach hat eine Höhe von 38m. Die Orgel ist ein Werk des Freistädter Orgelbauers Lorenz Franz Richter und stammt aus dem Jahre 1777. Sie wurde im Jahr 2000 renoviert.

 

Der gotische Flügelaltar

Altar von Kefermarkt

Der Altar ist 13,40m hoch und 6,30m breit. Christoph von Zelking, der Erbauer der Kirche, hat diesen Altar in Auftrag gegeben und dafür den Beitrag von 592 ungarischen Gulden bereitgestellt. Dieses großartige Bauwerk, dessen Meister bis heute unbekannt ist, war ursprünglich in Farbe gehalten und vergoldet. 1497 wurde er fertiggestellt und im Jahre 1504 eingeweiht. Als das Geschlecht der Zelkinger 1551 zur lutherischen Lehre übertrat und im Schloss Weinberg ein evangelischer Prädikant tätig war, wurde die Kirche zu Kefermarkt stark vernachlässigt; sie war wohl auch einige Zeit unbenützt. Erst 1663 kam wieder ein eigener katholischer Pfarrer nach Kefermarkt. Bei der Restaurierung 1670 wurden die barocken Seitenaltäre aufgestellt und am Flügelaltar Bestandteile der früheren gotischen Seitenaltäre angebracht, besonders im Altaraufbau. Zweimal musste der Altar vor der Zerstörung durch den Holzwurm gerettet und renoviert werden. (1852 – 1855 und 1929 – 1930) St. Wolfgang, der Patron des Altares und der Kirche, in der Mitte (2,20m hoch) ist im vollen Bischofs – Ornate dargestellt, zu Füßen die Kirche mit dem „Hackel“ am Firste. Die Mitra schmückt eine Maria Verkündigung, die Krümmung des Hirtenstabes eine thronende Madonna mit dem Jesuskinde, die beiden Mantelschließen zieren die Brustbilder der Evangelisten Johannes und Lukas; die Konsole beleben singende und musizierende Engel. Der hl. Wolfgang ist in der Vollkraft eines Mannes mit kräftigen Ansicht auf den ganzen AltarGesichtszügen dargestellt. Links steht der Apostelfürst Petrus (1,96m hoch) mit dem dreifachen Kreuz und dem Schlüssel. Den Saum des Vespermantels zieren die Reliefdarstellungen des Erlösers und der Apostel, die Schließe ein Relief Mariä Verkündigung. St. Petrus ist barhaupt und barfuss, sein Kopf ist der charakteristische Petruskopf. An der Konsole sind spielende und balgende Putti. Rechts ist St. Christophorus (1,90 m hoch), der Namenspatron des Stifters. Vorsichtig trägt er sie schwere Last, das göttliche Kind, durch das strömende Wasser, auf einen knorrigen Stamm gestützt. Die Konsole trägt einfaches Blattwerk. Diese Statue, die schon die Einwirkung der Renaissance zeigt, zumal beim Jesuskinde, dürfte die Glanzleistung des Meisters sein.  Diese 3 Statuen, die aus je einem Stück Lindenholz bis ins kleinste Detail durchgeführt sind, gehören zu den kostbarsten Perlen deutscher Kunst. Mariä Verkündigung (links oben) zeigt Maria im Gebet und den Erzengel Gabriel (mit Schleppträger), dessen Gruß „Ave Maria“ im Schriftband um die eine Säule gewunden ist. Im Hintergrund Gott Vater mit zwei Engeln. Christi Geburt (rechts oben) ist ein echtes Weihnachts- oder Krippenbild. Das Christkindlein ruht auf dem Mantel Mariens, die in Demut ihr göttliches Kind anbetet, daneben der hl. Josef. Im Hintergrunde der halb zerfallene Stall mit den Gloria – Engeln. Seitlich oben das Hirtenfeld mit den Engeln.  Die Anbetung der hl. 3 Könige (links unten). Maria hält das liebliche Kind auf dem Schoße; es spielt mit dem Golde, das der ältere König überreicht hat. Die anderen zwei Könige drängen zum Kinde vor. Auf dem Kleidsaume des jüngsten Königs stehen die rätselhaften Buchstaben: KIPKMV CENTV 1 WEHI OMTAN. Im Hintergrunde steht sinnend der hl. Josef. Zum Tode Mariens (rechts unten) haben sich nach der Legende die Apostel versammelt; sie umgeben trauernd das Himmelbett. Johannes hält die Kerze, Petrus den Weihwasserwedel, andere beten und trauern um den Heimgang Mariens. Im Hintergrunde hält Christus die Seele Mariens als kleines Kind in seinen Armen. Eine ergreifende Darstellung vom Marientode! Der Flügelalter war ursprünglich in Farben und Gold gefasst, die Flügel waren zum Schließen und hatten auf der Rückseite Gemälde. Der Altar wurde 1497 vollendet, auf einem Blatt im Schlossarchiv Weinberg ist die letzte Zahlung mit 20 fl. für den Altar 1497 vermerkt.